RisikopräventionUnternehmen & Mitarbeiter

Absicherung der Mitarbeiter in Hochrisikoländern

Ende August dieses Jahres hat die Welt miterlebt, wie chaotisch die Zustände bei der Evakuierung ausländischer Staatsbürger und inländischer Mitarbeiter sein können. Als Beobachter fühlt man sich in solchen Momenten hilflos - als Verantwortlicher muss man reagieren können.

Die Situation in Afghanistan hat aber vor allem gezeigt, dass öffentliche Strukturen und politisch Entscheider mit Notfallsituationen überfordert sind. Relevante Entscheidungen werden so lange hinausgezögert, dass Betroffenen nicht mehr geholfen werden kann.

Unternehmen können also nicht davon ausgehen, dass sich „der Staat“ im Falle unvorhergesehener Ereignisse umfassend um sie bzw. ihre Mitarbeiter kümmern wird Mit anderen Worten: Auf bestimmte Szenarien muss man sich als Unternehmen, insbesondere in der Verantwortung für seine Mitarbeiter, selbst vorbereiten. 

Risiken in vermeintlich sicheren Ländern

Für einen europäischen Mittelständler scheint Afghanistan im ersten Moment weit weg und die Situation für ihn nicht relevant zu sein.

Aber es gibt auch andere Hochrisikoländer, in denen die Gefahr vor z.B. politischen & gesellschaftlichen Unruhen, staatlicher Willkür, Naturkatastrophen (z. B. Erdbeben), Terroranschlägen und Entführungen überdurchschnittlich hoch ist. Dabei handelt es sich eben auch um Staaten, in denen europäische Unternehmen aktiv sind und Mitarbeiter vor Ort beschäftigen oder regelmäßig dorthin entsenden. 

Sind Sie auf solche Situationen vorbereitet und könnten ad hoc handeln?

Wir konnten in den letzten Monaten feststellen, dass insbesondere mittelständische Unternehmen oft auf kritische Situationen in diesen Ländern nicht ausreichend vorbereitet sind. So mag es zwar Notfallpläne zur Aufrechterhaltung der Produktion geben, selten aber werden Risiken, die darüber hinausgehen, mitgedacht. Woran kann man das festmachen?

Unternehmen haben in der Regel Standardversicherungen abgeschlossen, die Einsätze unter ‚realistischen Bedingungen‘ vor Ort gar nicht abdecken. Kommt es zu Haftungsfällen, bleiben die Unternehmen auf den Kosten sitzen.

Risiken für lokale Mitarbeiter bleiben häufig außen vor.

Unternehmen haben oft keine klaren Protokolle für riskante und gefährliche Situationen im Ausland, die ein schnelles Eingreifen ermöglichen.

Sind Notfallprotokolle vorhanden, sind diese nicht jedem zugänglich, nicht digitalisiert. 

Mitarbeiter begeben sich oftmals unbewusst in hochriskante Situationen – aus eigenem Entschluss oder auf Anweisung des Unternehmens.

Ohne vorherige Präventionsmaßnahmen wie klare Notfallpläne und eine Sensibilisierung, werden nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Entscheidungsträger schnell von unvorhergesehenen Entwicklungen überfordert. Niemand fühlt sich verantwortlich, Entscheidungen werden nicht schnell genug getroffen. Kostbare Zeit geht verloren und es entstehen enorme Kosten, die von keiner Versicherung übernommen werden. 

Wenn Mitarbeiter unbewusst in (hoch-)riskante Situationen geraten

Oft sind es Situationen, die im Vorfeld weder vom Unternehmen noch von dem Mitarbeiter selbst als gefährlich eingestuft wurden. Hier einige Beispiele aus der Praxis:

  • Ein Mitarbeiter erlebt während eines Firmenbesuchs in der Türkei ein Erdbeben und verfügt nicht über geeignete Kommunikationsmittel, um seinen Standort mitzuteilen und Hilfe zu rufen. Mehrere Tage besteht Unklarheit, ob der Mitarbeiter verletzt wurde oder überhaupt noch lebt.
  • Ein entsandter Mitarbeiter besucht in seiner Freizeit in Mexiko eine Großveranstaltung, ohne sich der unsicheren Situation bewusst zu sein. In konkretem Fall: Ein Fußballspiel rivalisierender Teams. Es kommt zur Massenpanik und der Mitarbeiter wird schwer verletzt, fast totgetrampelt. 
  • Ein leitender Mitarbeiter wird in kritische Streitverhandlungen mit einem lokalen Geschäftspartner in Indien geschickt. Dabei eskaliert die Lage und der Mitarbeiter muss plötzlich um seine körperliche Sicherheit fürchten (Morddrohungen) und wird Opfer der „guten Beziehungen“ des Partners zur örtlichen Polizei: Unter fadenscheinigen Gründen wird er für 14 Tage inhaftiert. 
  • Lokale Mitarbeiter geraten an „falsche“ Netzwerke und verhalten sich aufgrund enormen Druckes („wir verletzten Deine Familie“) firmenschädigend (z. B. Sabotage).

Können Sie diese Beispiele in Bezug auf Ihre eigene Unternehmensgeschichte in gewissen Ländern nachvollziehen oder kommen Ihnen die Beispiele sogar bekannt vor, weil Sie solche oder ähnliche Situationen bereits erlebt haben? 

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Notfallprotokolle alle möglichen Risiken berücksichtigen?

Wir kennen die Besonderheiten und spezifischen Risiken eines Einsatzes bzw. von Tätigkeiten  in Hochrisikogebieten. Gemeinsam prüfen wir Ihre Notfall- bzw. Krisenpläne und Versicherungen oder schulen Ihr Personal, das in Hochrisikoländer entsandt wird.

Mehr über unsere Vorgehensweise erfahren Sie hier:

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