Präventionspläne

Mit welchen Maßnahmen kann ich entweder die Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder die Auswirkungen eines Risikos begrenzen (= sowohl Vermeidung eines Notfalls als auch Vermeidung der Folgen eines eingetretenen Notfalls).

Welche Notfallpläne sollte ich für den Falle des Eintritts einer akuten Bedrohung „aus der Schublade“ ziehen können.

Diese Fragen werden unter der Prämisse behandelt, dass (falls vorhanden und sinnvoll) technische Maßnahmen vorrangig vor organisatorischen Maßnahmen einzusetzen sind. Vorranging deshalb, weil Organisationen aus Menschen bestehen, die wiederkehrend trainiert werden müssen und die erfahrungsgemäß in Extremsituationen / Stress Fehler machen bzw. ganz ausfallen können.

Identifizierung / Einkauf / Einsatz technischer Lösungen

  • Identifizierung infrage kommender technischer Lösungen
  • Bewertung des Nutzens bzw. des Kosten-Nutzen-Effekts
  • Wie groß ist die Anwendungserfahrung, welche möglichen Maßnahmen können evaluiert werden?
  • Gibt es bereits bewährte Methodiken?
  • Einkauf / Ausschreibung
  • Prüfung der Wirkungen, Durchführung von Übungen, Tests
  • Regelmäßige Prüfung alternativer / neuer Technologien und deren Wirkung (Vor- und Nachteile gegenüber etablierten Systemen)

Identifizierung / Einsatz organisatorischer Lösungen

  • Vom Grad des Risikos und auch der Organisationserforderlichkeit („es gibt hier keine technische Lösung“) muss eine Risikoorganisation bzw. eine Risikomanagementstruktur geplant und angewendet werden
  • Identifizierung der möglichen Lösungen, notwendigen Verhaltensweisen
  • Aufbau, Sensibilisierung und Schulung der Beteiligten (Zertifizierung)
  • Regelmäßige und wiederholende Trainings sowie Störfallübungen (angekündigt und unangekündigt)
  • Wiederholung, wenn sich relevante Rahmenbedingungen ändern, mindestens aber eine Auffrischung alle 2 bis 3 Jahre > Anpassung der bestehenden Konzepte
  • Koordination / Training mit Sicherheitsdiensten und Polizei, Feuerwehr etc.

Layer of Protection Analyses

Nachdem die „Präventionsmittel“ (layers of protection) identifiziert wurden, wird die Wirkung mittels (LOPA) Layer of Protection Analysis ausgewertet.

Diskussion des akzeptierten Restrisikos

  • So ungewohnt es klingen mag, gibt es keine 100% Sicherheit. Eine in Deutschland gesellschaftlich eher ungewöhnliche Diskussion, die in anderen Staaten (z.B. Schweiz / Niederlande) mit einer ganz anderen Tradition stattfindet, ist die quantifizierte Angabe des „gesellschaftlich zumutbaren Restrisikos“.
    • Übertragen auf z.B. öffentliche Einrichtungen: Was kann man der Bevölkerung zumuten (ethisch, moralisch, gesundheitlich, wirtschaftlich, umweltbezogen etc.)
    • Übertragen auf Unternehmen: Was kann man wirtschaftlich wie funktional dem Unternehmen zumuten, mit welchem Aufwand wende ich mich welchem Risiko zu. Welches Risiko bin ich bereit, im Eintrittsfall zu „ertragen“.

Absicherung des Restrisikos (z.B. durch Versicherungen)

  • Welche Folgen kann / muss man gesetzlich oder ethisch-moralisch über ein Versicherung absichern
  • Check der Haftung und Fürsorgepflichten der Arbeitsgeber / Betreiber / Inhaber / Eventorganisator
  • Identifizierung und Vereinbarung geeigneter Versicherungspakete (international)